Dieses Statement von Anja hat mich auf den Gedanken gebracht, die folgende Fragestellung einmal zur Diskussion in den Raum zu werfen:
Zitat von butterfly
...es sollte vor der Bestäubung kein Regen auf die Narbe kommen, damit diese klebrige Flüssigkeit darauf erhalten bleibt... es hatten fast alle Züchter in Deutschland wegen des vielen Regen erheblich weniger Saatgut...
Welche Bedeutung hat das Narbensekret für einen Bestäubungs-Erfolg tatsächlich?
Ich habe gelegentlich davon gehört und im Net gelesen, dass der Schlüssel für eine erfolgreiche Bestäubung u.a. im Narbensekret liegen soll, jenem Tropfen, der nach Austritt aus der Griffelspitze die Empfängnisbereitschaft der Taglilienblüte signalisiert, und zwar für den Zeitraum des Vorhandenseins jener feucht-klebrigen Substanz auf der Narbe. Daraus ergibt sich konsequenterweise die Schlussfolgerung, dass sowohl Regen (= Abwaschen) als auch starke Bestrahlung durch Sonne (= Austrocknen) äußerst kontraproduktiv für einen Kreuzungserfolg sind, was zumindest u.a. den Misserfolg vieler Kreuzungsexperimente in Sommern wie zum Beispiel 2007 erklären könnte.
Ich kann das alles nicht bestätigen, denn ich habe selbst noch nie auf die Präsenz des Sekrets geachtet und immer bestäubt, wann es mir gerade in den Tagesablauf gepasst hat, morgens, mittags, abends, nach Regen oder auch Grillphase während der Mittagszeit und bin mit der Samenausbeute bisher immer zufrieden gewesen.
Verlängertes Anfängerglück? Oder wird hier vielleicht doch nur eine natürliche Gegebenheit, welche fortpflanzungstechnisch den Sinn und Zweck hat, den äußerst flüchtigen Kontakt mit "mit Pollen geschmückten Insekten" in seiner Effizienz zu steigern, überbewertet?
Was meint ihr? Was sind eure Erfahrungen?