So, jetzt habe ich das Buch – und habe es auch im wesentlichen gelesen (noch nicht jede vorgestellte Art im Detail).
Der Autor nennt sein Werk selbst „das etwas andere Rosenbuch“ und etwas vergleichbares gibt es wohl im großen Rosenbuchbereich wirklich nicht. Das besondere ist die Sortenzusammenstellung und die Auswahlkriterien dafür.
Die Kriterien lassen sich zusammenfassen in
„Gartenwert“ und
„ökologischer Wert“.
Der Gartenwert ist dabei ein ziemlich klassisches Kriterium, und meint Blütenfarbe und Größe, Blühdauer, Habitus etc.. Der „ökologische Wert“ ist das Kriterium, was das Buch einzigartig macht und zu einer Sortenauswahl führt, die man sonst nicht findet. Dr. Witt ist Biologe und hat akribisch untersucht, welche Sorten heimischen Insekten, Vögeln und Kleinsäugern eine Lebensgrundlage bieten, bzw. er zitiert Arbeiten anderer Wissenschaftler. Überhaupt keine Rolle spielt hier die klassische Unterscheidung in Alte- und Neue Rosen.
Bevor jemand jetzt denkt, das wäre trockene, wissenschaftliche Kost, Herr Witt erläutert seinen Ansatz nur zu Beginn, im weiteren werden die Sorten vorgestellt.
Er fängt, naheliegend, mit heimischen Wildrosen an, aber eben nicht im Stile eines vollständigen Bestimmungsbuch, sondern er wählt aus, unter dem Gesichtspunkt der Gartentauglichkeit.
Dann geht es weiter zum „Hauptteil, den etwa 100 naturnahen Gartenrosen. Da ist eine in meinen Augen sehr interessante Zusammenstellung herausgekommen. Viele Arten findet man kaum in aktuellen Rosenbüchern, wenn dann nur knapp erwähnt, weil es eben keine klassischen „Alte Rosen“ sind, aber auch nicht die typischen modernen, mehrfachblühenden Arten. Dann finden sich auch ein paar Klassiker wieder, Officinalis, Tuscany, Rose de Resht, oder auch bekannte Moderne, wie die Frühlingsserie von Kordes.
Ich jedenfalls habe auf so ein Buch lange gewartet und es ist praktisch das passende Werk für unsere Forumsrubrik Wildrosen und ihre Gartenformen.