#1

Meristemvermehrung bei Hemerocallis

in Vermehrung & Zucht 26.02.2008 20:49
von zwerg drache
Mich würden mal die allgemeinen Erfahrungen von meristemvermehrten Hems in anderen Gärten interessieren: Wie ist das Wuchsverhalten, Blütenform, Stängelanzahl zur Fächeranzahl?

Wir selbst haben sehr negative Erfahrungen, die wir leider nicht fotografiert haben: Riesige Pflanzen, kaum Blütenstängel, verkrüppelte Blüten -also ab auf den Kompost.

Gruß
zwerg drache
zuletzt bearbeitet 27.02.2008 00:26 | nach oben springen

#2

RE: Meristemvermehrung bei Hemerocallis

in Vermehrung & Zucht 26.02.2008 21:00
von butterfly • Admin | 12.137 Beiträge

Ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht und habe diese Scheußlichkeiten natürlich auch nicht fotografiert. Wenn ich es vorher weiß, kaufe ich solche Hems nicht mehr. Oftmals steht es aber gar nicht dabei.


sonnige Grüße

Anja
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#3

RE: Meristemvermehrung bei Hemerocallis

in Vermehrung & Zucht 26.02.2008 21:09
von zwerg drache
Danke für einmal löschen. Bin doppelt draufgekommen.

Wir haben in den Niederlanden ein Feld voller Meristempflanzen gesehen. Nicht mal die Farbe stimmte immer. Der Anteil an Blindgängern war hoch.

Gruß
zwerg drache
zuletzt bearbeitet 27.02.2008 00:28 | nach oben springen

#4

RE: Meristemvermehrung bei Hemerocallis

in Vermehrung & Zucht 26.02.2008 21:14
von butterfly • Admin | 12.137 Beiträge
Ich habe mal gelesen, daß die Gärtnereien die Pflanzen eigentlich bis zur Blüte weiter kultivieren sollen und dann die Blindgänger aussortieren sollen. Das unterbleibt aber wohl oft aus Kostengründen. Deshalb lasse ich, wenn es dabei steht, die Finger davon.

sonnige Grüße

Anja
zuletzt bearbeitet 27.02.2008 00:29 | nach oben springen

#5

RE: Meristemvermehrung bei Hemerocallis

in Vermehrung & Zucht 27.02.2008 05:56
von rhodocallis • Moderatorin | 1.490 Beiträge
Ich selbst habe - wissentlich, weil nur 6,50 Euro beim Kauf gekostet und von einem Vertreiber, von dem ich dann erfahren habe, daß er vorwiegend meristemvermehrte Pflanzen verkauft - zwei Sorten: El Desperado und Sabine Baur.

Die erstere entwickelt zwar sehr schöne Blüten, tritt aber wachstumsmäßig sozusagen auf der Stelle und blüht auch nicht jedes Jahr.

Die zweite ist die Enttäuschung pur: Blüten, die weder in Form noch Musterung dem Original gleichkommen, Stengel, die nicht über eine Höhe von 30 cm hinaus kommen und zeigt ebenso mickeriges Wachstum wie El Desperado.

Mein Bedarf an (billigen) meristemvermehrten Hems ist gedeckt....

LG
Ingrid
zuletzt bearbeitet 12.03.2008 02:58 | nach oben springen

#6

RE: Meristemvermehrung bei Hemerocallis

in Vermehrung & Zucht 12.03.2008 03:23
von Candyhunter (gelöscht)
avatar
Zitat von zwerg drache
Wir haben in den Niederlanden ein Feld voller Meristempflanzen gesehen. Nicht mal die Farbe stimmte immer. Der Anteil an Blindgängern war hoch.


Darf man fragen, wo dieses Feld gelegen ist? Immerhin scheint dort einer recht gewissenhaft bei der Sache zu sein und die meristemvermehrten Taglilien bis zur Blüte zu kultivieren, um dann die Blindgänger heraus zu filtern, eine sehr löbliche Sache.

Auch ich habe ein paar meristemvermehrte Taglilien, von denen ich es weiß, da sie vom Verkäufer (für Insider: Knöpi) als solche mit dem Prädikat TC (tissue culture) deklariert waren. Sie wachsen überwiegend recht ordentlich und blühen auch schön und zuverlässig, aber es sind auch zwei dabei, die seit drei Jahren auf der Stelle treten = ein Fächer war's, ein Fächer ist's und geblüht haben beide bisher nur einmal, die eine im Lieferjahr, die andere im vorletzten Jahr. Ich bin gespannt, was dieses Jahr sein wird.

Ferner habe ich noch eine El Desperado von Ahrens & Sieberz, von der ich ebenfalls glaube, dass es ein Meristem ist, absolut blühwillig und alljährlich die Augenfreude meiner Mutter, aber einen Fächerzuwachs hat sie in drei Jahren auch nicht hingelegt.

Ich kann die von Ingrid gemachten Beobachtungen daher durchaus bestätigen.

Es kann so sein, muss aber nicht.
zuletzt bearbeitet 12.03.2008 03:29 | nach oben springen

#7

RE: Meristemvermehrung bei Hemerocallis

in Vermehrung & Zucht 12.03.2008 21:50
von zwerg drache • Supermoderatorin | 6.180 Beiträge
Wir haben die Vermutung, dass ältere Sorten sich besser meristemvermehren lassen als Neue.

Bei wem wir das Feld gesehen haben, möchte ich nicht sagen, weil wir das Ganze noch eine Weile beobachten wollen.

Gruß
zwerg drache
zuletzt bearbeitet 22.03.2008 16:23 | nach oben springen

#8

RE: Meristemvermehrung bei Hemerocallis

in Vermehrung & Zucht 13.03.2008 00:59
von Candyhunter (gelöscht)
avatar

Zitat von zwerg drache
Wir haben die Vermutung ,das ältere Sorten sich besser meristemvermehren lassen als Neue.



Hmm, ich glaube zwar, dass das wissenschaftlich gesehen nicht haltbar sein wird, aber es interessiert mich trotzdem, wie ihr zu dieser Vermutung kommt?

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#9

RE: Meristemvermehrung bei Hemerocallis

in Vermehrung & Zucht 13.03.2008 01:37
von Gerardo • Rabattenstylist | 1.901 Beiträge

Kann mir jemand von Euch Fachleuten erklären, weshalb bei dieser Vermehrungsart bei den Hems nicht wieder exakt die gleiche Pflanze/Blüte entsteht? Da man über Gewebeteile der Planzen vermehrt, müsste eigentlich, wie beispielsweise beim Rosensteckholz, wieder dieselbe Pflanze mit denselben Eigenschaften entstehen.

Entschuldigt bitte meine laienhafte, vielleicht dumme Frage.


LG von Gerardo
Klimazone 7a
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#10

RE: Meristemvermehrung bei Hemerocallis

in Vermehrung & Zucht 13.03.2008 01:59
von Ludger • Rabattenstylist | 1.173 Beiträge
Gerardo,

es gibt keine dummen Fragen,nur dumme Antworten!

Genau das habe ich mich auch gefragt und hinterfragt. Eigentlich ist ein Meristem ja "ein besserer Steckling", aber: Das Meristem wird aus einem winzigem Gewebestück gewonnen und schwimmt dann in einer Chemie?-Nährlösung.

Genau genommen schwimmt ein winziges Gewebestück in dieser Lösung und wird erst durch die weitere Zellteilung zum Meristem und aus diesem Meristem werden dann die neuen Babypflanzen "geerntet".

Es ist also ein Zellhaufen aus dem eine neue Pflanze wachsen soll. In jeder Zelle ist zwar die genetische Information vorhanden, aber es wird mit Menschenhand und Lösungen nachgeholfen. Da kann die Genetik wohl ins Wanken geraten und nicht alles wieder spiegelbildgleich wiederaufbauen.

Dieses Problem ist bei anderen meristemvermehrten Pflanzen auch bekannt, sie haben nicht mehr die Eigenschaften der Zellspenderpflanze.

Zwergdrache hat es indirekt gesagt: Ursprüngliche Pflanzen haben ein schlichtes Erbgut, hochmoderne Hybriden sind oft durch Generationen selektiert, da fehlen manche Gene und leider oft auch der sogenannte Selbstreparationseffekt (soll heißen: die einzelne Zelle im Meristem hat vergessen wie die Pflanze aussehen soll)

Mein Versuch es als Laie etwas mehr zu erklären, meine Infos habe ich unter anderem aus einem Buch über Genetik von Heiko Becker.

Gerne können wir in Pflanzenvermehrung weiter über dieses Thema reden, da können wir dann auch über meristemvermehrte Musa oder Orchideen sprechen.

wünsche eine schöne Gartenzeit
Ludger
zuletzt bearbeitet 22.03.2008 16:26 | nach oben springen





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