Zitat von Claus
...Damit kann die Orchidee im Vergleich zu anderen Pflanzenfamilien ein Vielfaches der normalen Samenmengen produzieren, die der Wind über große Flächen verstreut und damit die Wahrscheinlichkeit der erfolgreichen Verbreitung erhöht....
Um einmal plastisch zu machen, was das bedeutet:
Dactylorhiza maculata kann locker 30 einzelnen Blüten an einer Rispe und damit eine entsprechende Anzahl Samenkapseln hervorbringen. Jede Samenkapsel soll bis zu 6000 einzelne Samen beinhalten. (Ich schreibe bewusst "soll", weil ich bislang noch nicht nachgezählt habe.

)
Fangen wir also bei dieser einen Pflanze an (1. Generation):
Wie ich irgendwo einmal gelesen habe, hat der gute alte Darwin schon berechnet, was ungeachtet der Pisastudie auch unseren Kids gelingen sollte, nämlich das sich daraus 180.000 einzelne Samen ergeben. Wenn jeder dieser Samen keimen und blühfähige 180.000 Pflanzen hervorbringen würde (2. Generation), die ihrerseits eine entsprechende Anzahl weiterer Samen und nachfolgend Pflanzen produziert, hätten wir in der 3. Generation 32.400.000.000 + 180.000 + 1 Knabenkräuter zu bewältigen.
Spätestens ab der dann folgenden 4. Generation hätte RoundUp Kultstatus und dürfte in keiner Hausapotheke fehlen.
Aus dieser Sicht betrachtet ist es vielleicht ein Glücksfall, dass die Orchideensamen so schwer zur Keimung gelangen bzw. massenweise "eingehen", bevor eine erwachsene Pflanze aus ihnen geworden ist.